Tollwut (Rabies)
Stand 03/2008Tollwut ist eine weltweit verbreitete Viruserkrankung des Zentralnervensystems. Vor allem in Ländern mit tropischem Klima wie z.B. Indien, Mittel- und Südamerika, Südostasien, Philippinen und Afrika tritt sie gehäuft auf. Das Virus wird in der Regel durch Biss über den Speichel infizierter Säugetiere (wie u.a. Füchse, Hunde, Wölfe, Rinder und Fledermäuse) auf den Menschen übertragen. Weltweit werden über 40.000 Rabiestodesfälle jährlich geschätzt, die meisten davon in Indien und China. In Deutschland sterben jährlich ca. 2 Personen an Tollwut.
Die Inkubationszeit (Zeitspanne zwischen Biss und Beginn der ersten Symptome) kann zwischen vier Tagen und bis zu 19 Jahren (durchschnittlich 1-2 Monate) betragen.
Erste Symptome des Krankheitsbildes können Unruhe und Konzentrationsschwäche sein. Starkes Durstgefühl und leichtes Fieber können diese Anzeichen begleiten. Innerhalb weniger als 48 Stunden (Erregungsphase) steigt die Unruhe zu großer Aufgeregtheit mit starken Angstgefühlen. Wahrnehmungsfähigkeiten (z.B. akustische und visuelle) sind übersteigert. Der geringste Reiz führt zu intensiven Reaktionen. Schluckbeschwerden und Erstickungszustände sind zu beobachten. Tollwut verläuft beim Menschen ohne Therapie immer tödlich.
Die Diagnose kann klinisch gestellt werden. Die Anamnese mit dem entsprechenden Hinweis auf einen Biss durch ein verdächtiges Tier ist sehr wichtig. Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch den Virusnachweis im verdächtigen Tier.
Bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung ist die Prognose sehr gut. Nach Ausbruch der Erkrankung besteht allerdings keine Überlebenschance.
Folgende Maßnahmen sind deshalb nach Biss eines tollwutverdächtigen Tieres dringend empfohlen:
Liegt keine Tollwutimpfung vor:
Þ sofortige postexpositionelle Tollwutimpfung (5 Impfungen)
Liegt bereits eine präexpositionelle Tollwutimpfung vor:
Þ sofortige einmalige Auffrisch-Impfung
Eine Tollwutimpfung vor Reisen in tropische Länder ist mit HDC- oder PEC-Impfstoffen bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten wegen des erhöhten Infektionsrisikos zu empfehlen. Die Gründe hierfür sind:
Bei Reisen in Tollwut-Gebiete ist grundsätzlich die Expositionsprophylaxe (die Vermeidung von Tierkontakten) zu empfehlen. Nach Tierbissen sollte schnellstmöglich eine Impfung erfolgen.