Japanische Enzephalitis
Stand 06/2009
Die Japanische Enzephalitis ist eine gefährliche Viruserkrankung (Flavivirus) des Gehirns, die in Asien durch infizierte Stechmücken (Culex) auf den Menschen übertragen wird. Die betroffenen Gebiete breiten sich langsam auf benachbarte Länder und vereinzelt auch auf das nördliche Australien aus.
Es handelt sich um eine Gruppe von Viren, die von Mücken übertragen werden und das zentrale Nervensystem betreffen können. Die Krankheit kann tödlich verlaufen. Bei Überlebenden besteht ein signifikantes Risiko dauerhafter Folgeschäden. Die meisten Infektionen mit der japanischen Enzephalitis verlaufen jedoch leicht, führen zu Fieber und Rückenschmerzen, oder auch ohne jegliche Symptome. Ungefähr 1 von 200 Infektionen nimmt einen schweren Verlauf und führt zu schnell einsetzendem hohen Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Nackensteife, Bewusstseinstrübung, Koma, Krampfanfällen, spastischer Lähmung oder Tod. Die Todesrate kann bei Patienten mit Krankheitssymptomen bei bis zu 60% liegen, 30% der überlebenden Patienten leiden unter einer bleibenden Schädigung des zentralen Nervensystems. Bisher steht keine gegen den Erreger wirksame Therapie zur Verfügung.
In Asien werden jährlich insgesamt 30.000 bis 50.000 Fälle gemeldet, mit gehäuftem Vorkommen in ländlichen Gebieten, in denen Reis angebaut und Schweine gehalten werden (Schweine dienen als Wirte zur Vermehrung, die Mücken brüten bevorzugt in Reisfeldern). Es handelt sich dabei um die einzige wichtige Form der viralen Enzephalitis auf dem Indischen Subkontinent, einem Grossteil von Süd-Ostasien, China und dem Asien-Pazifik-Raum.

Das Risiko an Japanische Enzephalitis zu erkranken erhöht sich, wenn die Reise in ländliche Gebiete Asiens führt, von längerer Dauer ist, und während der mückenreichen Jahreszeit (Regenzeit) stattfindet. Als erste vorbeugende Maßnahme sollte Schutz vor Mückenstichen durch körpererdeckende Kleidung und Mücken-abweisende Mittel stehen.
Eine Impfung gegen die japanische Enzephalitis wird für Personen empfohlen, die planen, mehr als 4 Wochen in Süd-/Südostasien zu reisen, alle die beruflich reisen oder dorthin umsiedeln. Ein sehr gut verträglicher neuer Totimpfstoff (Ixiaro von Novartis) ist seit Juni 2009 in Deutschland zugelassen.
Für eine ausreichende Schutzwirkung ist eine Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im Abstand von einem Monat nötig.