Neue Influenza A / H1N1 ("Schweinegrippe") Stand 11/2009

Die Neue Influenza A/H1N1, vor allem bekannt als die "Schweinegrippe", ist eine akut verlaufende Infektionskrankheit, die durch den Virus-Subtyp H1N1 ausgelöst wird.

Die Viren binden sich an die Oberflächenzellen des Atemtraktes, dringen in diese ein, vermehren sich dort und führen schließlich zu einer Zerstörung der betroffenen Zellen, wodurch es zu einer Virenfreisetzung kommt.

Dies führt zu einer massiven Enzündungsreaktion.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 1 und 5 Tagen.

Erstmals wurde der Influenza-Erreger bei Schweinen isoliert und die ersten Erkrankungen sind im März 2009 im Süden der USA aufgetreten.

Die Neue Influenza A/H1N1 ist sehr infektiös und ist von der WHO am 11. Juni auf die Warnphase 6

(höchstes Pandemierisiko) gestuft worden.

Die Übertragung kann auf verschiedene Weise erfolgen:

  1. Per Tröpfcheninfektion, d.h. durch Einatmen von Atemluft die kontaminierte Aerosolpartikel enthält
  2. Per Kontaktinfektion, d.h. durch direkten Körperkontakt mit einem Erkrankten
  3. Per Schmierinfektion, d.h. durch Berührung von Oberflächen, auf dem kontaminierte Sekrete haften (Türgriffe, Telefone)

Das Krankheitsbild kann wie auch bei allen anderen humanpathogenen Influenzaviren sehr unterschiedlich sein. Es kann ganz ohne Symptome, mit leichten Erkältungssymptome aber auch mit einer schweren Lungenentzündung einhergehen.

Das typische klinische Krankheitsbild entspricht dem eines typischen Grippeverlaufes:

In der Regel klingt die akute Erkrankungen nach ca. 5 bis 7 Tagen ab, einzelne Symptome können jedoch länger anhalten.

Als mögliche Komplikation kann eine schwere, perakute Viruspneumonie (durch Viren hervorgerufene Lungenentzündung) auftreten. Wenn es zu einer Überreaktion des Immunsystems kommt, kommt es zu einer Ausschüttung von großen Mengen von Zytokinen, die eine massive Entzündungsreaktion hervorrufen. Dies tritt klinisch als schwere perakute Viruspneumonie mit Atemnot, Lungenblutungen und möglichem Organversagen in Erscheinung.

Aber auch eine bakterielle Sekundärinfektion ist möglich. Hierbei wird die von Viren geschädigte Schleimhaut von Bakterien besiedelt, wodurch es zu einer bakteriellen Entzündung der Atemwege kommen kann, wie z.B. Lungenentzündung, eitrige Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung.

Besonders gefährdet für eine Sekundärinfektion sind Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Für die schnelle Diagnostik stehen Grippeschnelltests zur Verfügung, die zwar eine Unterscheidung zwischen Influenza A und B, jedoch keine Unterscheidung von Subtypen ermöglichen, die Tests werden wegen nicht sehr zuverlässiger Ergebnisse nicht empfohlen.

In der Regel werden molekularbiologische Tests in dafür spezialisierten Labors verwendet.

Der Impfstoff gegen die Influenza A/H1N1 ist seit November 09 verfügbar.

Eine sehr effektive Präventionsmaßnahme ist das gründliche Händewaschen, weil die Erreger durch Seife abgetötet, damit wird das Risiko für Schmierinfektionen minimiert. Das Tragen von Atemschutzmasken ist nur sinnvoll wenn es sich um FFP3-Masken handelt.

Bei gesicherten Erkrankungen sind in der Frühphase als Therapie antivirale Medikamente wie der Neuraminidase-Hemmer Tamiflu® einsetzbar. Durch Virusmutationen könnte dieses Medikament in der Zukunft in seiner Wirkung herabgesetzt sein.

Vor allem ist aber die Bettruhe, die körperliche Schonung und eine ausreichende Kalorienen- und Flüssigkeitszufuhr einzuhalten.